{"id":100208,"date":"2025-04-23T10:46:49","date_gmt":"2025-04-23T08:46:49","guid":{"rendered":"https:\/\/devepg.bfoundlabs.com\/lexicon-articles\/consignment-warehouse\/"},"modified":"2025-07-11T11:57:40","modified_gmt":"2025-07-11T09:57:40","slug":"konsignationslager","status":"publish","type":"lexicon-articles","link":"https:\/\/epg.com\/de\/logistik-know-how\/lexikon\/konsignationslager\/","title":{"rendered":"Konsignationslager"},"content":{"rendered":"<p>In einem <strong>Konsignationslager<\/strong> wird <strong>Ware<\/strong> eingelagert, die der Hersteller dem Kunden als Warenkontingent zun\u00e4chst <strong>ohne Rechnungsstellung zur Verf\u00fcgung<\/strong> stellt (=\u00a0Konsignationsware). Das <strong>Lager<\/strong> befindet sich beim Kunden, wobei sich <strong>Hersteller und Kunde die Kosten f\u00fcr die Lagerung teilen<\/strong>. Die Ware selbst wird erst nach Verbrauch bzw. nach Absatz in Rechnung gestellt.<\/p>\n<p>Eine Qualit\u00e4tskontrolle durch den Kunden kann fr\u00fchzeitig erfolgen.\u00a0Diese Form der Lagerung ist mit dem Getr\u00e4nkekauf <strong>&#8222;auf Kommission&#8220;<\/strong> vergleichbar, bei dem <strong>Restmengen zur\u00fcckgegeben werden k\u00f6nnen<\/strong> und dem Kunden nur die <strong>tats\u00e4chlich verbrauchte Menge in Rechnung gestellt<\/strong> wird.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Warenlieferant als <strong>Konsignant<\/strong> bezeichnet wird, handelt es sich bei dem Kunden um den sogenannten <strong>Konsignator<\/strong>. Ersterer profitiert von den Konsignationslagern aufgrund der <strong>gest\u00e4rkten Bindung zum Kunden<\/strong>. Allerdings birgt diese Methode auch Risiken \u2013 beispielsweise in Form der erh\u00f6hten Kapitalbindung. Im Extremfall bleibt der Konsignant auf seiner Ware sitzen. Der Konsignator auf der Gegenseite baut ebenfalls eine hohe Bindung zum Lieferanten auf, was in einer <strong>starken Abh\u00e4ngigkeit<\/strong> resultieren kann. Die langfristige Partnerschaft muss den Konsignator aus preislicher Sicht zwar nicht zwingend benachteiligen, aber sie birgt mitunter die Gefahr dazu. Ansonsten hat der Kunde selbst allerdings viele Vorteile von dieser Art der Kooperation. Sowohl <strong>Kapitalbindung wie auch Investitionsrisiko und Kosten f\u00fcr ein eigenes Lager bleiben gering<\/strong>, w\u00e4hrend man von einer <strong>st\u00e4ndigen Verf\u00fcgbarkeit der Waren<\/strong> profitiert.<\/p>\n<p><strong>Planung eines Konsignationslagers<\/strong><\/p>\n<p>Worauf sollte bei der Planung eines Konsignationslagers besonders geachtet werden? M\u00f6chte man ein solches Konzept umsetzen, gibt es mehrere Stellschrauben. Eine Frage, die man sich stellen sollte, bezieht sich auf die <strong>Auswahl der Waren<\/strong>. Gibt es Artikel, die immer verf\u00fcgbar sein sollten? Artikel, die besonders hochpreisig sind und bei denen sich die Qualit\u00e4tssicherung als schwierige Angelegenheit herausstellt? Artikel, deren Bedarf schwankend ist? In diesem Fall ist das exakt die Ware, welche sich f\u00fcr ein Konsignationslager eignet. M\u00f6chte man sicher sein, dass sich eine solche Partnerschaft lohnt, empfiehlt sich eine <strong>ausf\u00fchrliche Kosten-Nutzen-Analyse<\/strong>, welche die unternehmensseitigen Vor- und Nachteile hervorhebt. Lediglich wenn der pers\u00f6nliche Nutzen \u00fcberwiegt, rentiert sich die Implementierung eines Konsignationslagers. F\u00fcr gew\u00f6hnlich nimmt der Planungsaufwand samt aller Vor\u00fcberlegungen und Kalkulationen bereits sehr viel Zeit in Anspruch. Er ist somit nicht zu untersch\u00e4tzen.<\/p>\n<p>Wurden diese Fragen gekl\u00e4rt, sollte man sich als n\u00e4chstes mit den <strong>infrastrukturellen Voraussetzungen eines Konsignationslagers<\/strong> auseinandersetzen. Dazu z\u00e4hlen nicht nur r\u00e4umliche, beziehungsweise platztechnische Voraussetzungen, sondern auch IT-infrastrukturelle Kriterien. Demnach ist es sehr zu empfehlen, dass der Konsignant \u00fcber ein <strong>Lagerverwaltungssystem<\/strong> verf\u00fcgt, welche die aktuellen Best\u00e4nde im Konsignationslager <strong>jederzeit transparent darstellt<\/strong>. Je nach Leistungsumfang einer solchen Software, sollte es auch m\u00f6glich sein, Bestellvorg\u00e4nge automatisch zu verwalten und bearbeiten. Auf diese Weise profitieren alle Parteien. Zus\u00e4tzlich m\u00fcssen nat\u00fcrlich, wie bereits eingangs erw\u00e4hnt, auch gewisse, r\u00e4umliche Kapazit\u00e4ten gegeben sein, um das Konsignationslager effektiv nutzen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Stehen all diese Voraussetzungen, dann sollten im Gespr\u00e4ch zwischen dem Konsignanten und dem Konsignator nun erste Verhandlungsfragen gekl\u00e4rt werden. Auf Kundenseite sollte man so zum Beispiel den jeweiligen <strong>Meldebestand<\/strong>, beziehungsweise H\u00f6chstbestand der verschiedenen Produkte ermitteln. Ebenfalls sollte vereinbart werden, in welchem <strong>Rhythmus<\/strong> bestimmte Waren aus dem Konsignationslager zum Kunden geliefert werden und ob es sich bei der Verpackungsart um <strong>Einweg- oder Mehrwegsysteme<\/strong> handelt. Diese Faktoren k\u00f6nnen einen gro\u00dfen Einfluss auf die Lagerdauer, beziehungsweise die <strong>Lagerumschlagsh\u00e4ufigkeit<\/strong> haben. Daher gilt es solche Punkte schon im Vorfeld abzustimmen. Von Kundenseite ist es empfehlenswert, <strong>Fragen zur Qualit\u00e4tssicherung<\/strong> zu kl\u00e4ren, damit im Fall von M\u00e4ngeln gew\u00e4hrleistet ist, wer Verantwortung \u00fcbernimmt. In beiderseitigem Interesse sollte zudem der Umgang mit Rechnungen abgestimmt werden.<\/p>\n<p><strong>Fazit zum Konsignationslager<\/strong><\/p>\n<p>Konsignationslager sind kunden- und anbieterseitig <strong>eine sinnvolle M\u00f6glichkeit<\/strong>, von der alle Parteien profitieren k\u00f6nnen. W\u00e4hrend der Konsignant eine starke Bindung zum Kunden herstellen kann, verschafft sich dieser einen Vorteil durch <strong>verg\u00fcnstigte Konditionen<\/strong> und <strong>geringere Kapitalbindungen<\/strong>. Zu den zentralen Voraussetzungen z\u00e4hlen eine ausreichend gro\u00dfe Fl\u00e4che sowie die notwendige informationstechnologische Infrastruktur.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","class_list":["post-100208","lexicon-articles","type-lexicon-articles","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/epg.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/lexicon-articles\/100208","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/epg.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/lexicon-articles"}],"about":[{"href":"https:\/\/epg.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/lexicon-articles"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/epg.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=100208"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}