{"id":100287,"date":"2025-04-17T15:39:11","date_gmt":"2025-04-17T13:39:11","guid":{"rendered":"https:\/\/devepg.bfoundlabs.com\/lexicon-articles\/euro-pallet\/"},"modified":"2025-07-11T09:42:32","modified_gmt":"2025-07-11T07:42:32","slug":"europalette","status":"publish","type":"lexicon-articles","link":"https:\/\/epg.com\/de\/logistik-know-how\/lexikon\/europalette\/","title":{"rendered":"Europalette"},"content":{"rendered":"<p>Eine <strong>Europalette<\/strong> ist eine genormte Holzpalette mit den Standardma\u00dfen <strong>800 mm (Breite) x 1200 mm (Tiefe)<\/strong>. Sie wiegt in der Regel zwischen 20 und 25 Kilogramm, besteht aus 11 Brettern, neun Bl\u00f6cken und kostet im Durchschnitt circa 10 Euro. Europaletten sind nach EN 13698-1 <strong>genormt<\/strong> und entsprechen somit den <strong>Richtlinien der EPAL<\/strong> (European Pallet Association). Alle Modelle, welche aus dieser Unternehmensgruppe stammen, sind erkennbar an dem seitlichen Einbrand des Buchstabenk\u00fcrzels. Die mittleren Bl\u00f6cke der Europaletten liefern mehrere Informationen. Neben einer Unternehmenskennzeichnung, einem K\u00fcrzel des Herstellungslandes und diversen Produktionsdaten erh\u00e4lt man ebenfalls Informationen zur G\u00fctepr\u00fcfung, bisherigen Reparaturen und zu Behandlungstechniken. Ihre Konstruktionsweise erm\u00f6glicht der Europalette einen <strong>unkomplizierten und schnellen Transport<\/strong> per <strong>Hubwagen<\/strong>, <strong>Gabelstapler<\/strong> oder vergleichbaren <strong>Flurf\u00f6rderger\u00e4ten<\/strong>. Dabei kann das jeweilige Fahrzeug sie von allen vier Seiten aufnehmen. Gleichzeitig minimiert die Bauweise das Risiko, dass sich die Europalette beim Transport in engen Lagerg\u00e4ngen verhakt. Durch diverse Aufsatzrahmen (z.B. faltbare Aufsatzrahmen, Gitterrahmen) kann die Europalette f\u00fcr die Aufnahme spezieller G\u00fcter erweitert werden. Weiterhin wird eine <strong>staudrucklose Stapelung der Paletten<\/strong> m\u00f6glich.<\/p>\n<p>Damit die <strong>Langlebigkeit der Europalette<\/strong> gew\u00e4hrleistet ist, werden in der Produktion diverse Ma\u00dfnahmen ergriffen. Zudem gelten je nach Standort besondere Richtlinien. Gelangt beispielsweise eine Europalette aus einem Nicht-EU-Staat in einen EU-Staat, muss das Holz vorab <strong>hitzebehandelt<\/strong> werden. Dadurch werden <strong>Keime und Bakterien abget\u00f6tet<\/strong> und <strong>Anf\u00e4lligkeiten reduziert.<\/strong> Spezielle Behandlungsma\u00dfnahmen verst\u00e4rken diese Effekte dar\u00fcber hinaus und sorgen daf\u00fcr, dass der Anteil an Feuchtigkeit im Holz so gering wie m\u00f6glich bleibt. Auf diese Weise wird die Europalette auch bei dauerhafter Nutzung und Verwendung in Au\u00dfenbereichen nicht marode und weder anf\u00e4llig f\u00fcr Schimmel noch f\u00fcr anderweitigen Sch\u00e4dlingsbefall. Ebenso hat die Behandlung des Materials den Vorteil, dass die <strong>Splittergefahr abnimmt<\/strong>.<\/p>\n<p>Die <strong>Geschichte der Europalette<\/strong> nimmt ihren Lauf zu Beginn der 1960er Jahre. Um den G\u00fctertransport im Eisenbahnverkehr effizienter zu gestalten, schlie\u00dfen sich mehrere Unternehmen zusammen. Gemeinsam einigen sie sich auf ein <strong>Tauschsystem<\/strong> f\u00fcr Europaletten. Jede der Eisenbahnen hatte von nun an Zugriff auf einen gro\u00dfen Pool an Paletten. Die Verwendung unterlag allerdings gewissen Normen wie beispielsweise einem <strong>pfleglichen Umgang<\/strong> sowie <strong>entsprechenden Reparaturen<\/strong>, wodurch die Erhaltung der Europaletten gew\u00e4hrleistet werden sollte. Gegen Ende des Jahrzehnts wurde ein \u00e4hnlicher Vertrag zur gemeinschaftlichen Nutzung von <strong>Gitterboxpaletten<\/strong> unterzeichnet. Mitte der 1970er Jahre \u00fcbergab die Deutsche Bundesbahn daraufhin all ihre Rechte an die EPAL, welche bis heute als <strong>europ\u00e4ischer Dachverband f\u00fcr die Herstellung und Reparatur der klassischen Europaletten<\/strong> zust\u00e4ndig ist. Daneben gibt es mit WORLD, CHEP und LPR drei weitere Unternehmensgruppen, die als Dienstleister im Palettenpooling t\u00e4tig sind. Die originalen Europaletten waren noch bis 2013 durch die Kennzeichnung EUR auf den Holzbl\u00f6cken markiert. Heute gilt das Buchstabenk\u00fcrzel EPAL als charakteristisches Merkmal der Paletten. Der <strong>Wert aller Europaletten<\/strong>, die pro Jahr allein in Deutschland produziert werden, n\u00e4hert sich der <strong>Eine-Milliarde-Euro-Marke<\/strong> an. Zuletzt war der Bedarf so enorm, dass im gesamten Markt keine einzige Gebrauchtpalette mehr verf\u00fcgbar war. Dies trieb die Neuproduktion nochmal um ein Vielfaches an, sodass einige Produktionsfirmen ihre Kunden sogar auf Wartelisten setzen mussten.<\/p>\n","protected":false},"featured_media":0,"template":"","class_list":["post-100287","lexicon-articles","type-lexicon-articles","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/epg.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/lexicon-articles\/100287","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/epg.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/lexicon-articles"}],"about":[{"href":"https:\/\/epg.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/lexicon-articles"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/epg.com\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=100287"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}